Mühle Tuggen

Auf dieser Seite möchten wir sie durch die Geschichte der Mühle Tuggen führen. Lesen Sie folgende interessanten Zeilen und schauen Sie sich die Renovationsarbeiten des Gebäudes an. Viel Spass.

Die Muehle nahe der Burg Muelenen

Die Verbindungen zwischen der Burg und der Mühle lassen sich leider mehr erahnen als belegen, dies trotz der   Ausgrabung der Wasserburg 1968/96.

um 843 werden im churrätischen Reichsguturbar die Güter des Klosters Pfäffers aufgeführt. Darunter auch Tuggen, wo das Kloster 100 Jucharten Ackerboden, Wiesen, zehn Hofstätten, eine Mühle und eine Kirche besitzt.

Mitte 12.Jh. wird die Mühle wegen Überschwemmungen wahrscheinlich aufgegeben und erst gegen Ende des 12. Jh. wieder aufgebaut.

1217/1222 wird der Name Mülinen genannt, was auf eine Mühle hinweist.

1229 werden "Cunradus Rufus de Mulinon, Rudolfus de Galgene" u. a. Konrad "der Rote" als Zeugen in einer Urkunde genannt, in der Rudolf, Vogt von Rapperswil, die Kirche Bollingen an das Kloster Rüti ZH vergab. Cunradus Rufus gilt als einziger Überlieferter aus dem Geschlecht der Herren von Mülenen in der March, die wohl als Ministeriale der Grafen von Rapperswil anzusehen sind.

1324 kauft der Einsiedler Abt Johannes I. von Schwanden (1299-1327) die nördlich der Burg Mülenen gelegene Mühle von Jakob von Brunnen, dessen Mutter und den Brüdern Rudolf, Heinrich und Walter, genannt die Mülner von Mülinen. Im Lehenbrief vom 28. Februar wird sie derselben Familie wieder als Erblehen verliehen, bei einem Jahreszins von 12 Mütt Kernen und den Bedingungen, dass bei kriegerischen Zerstörung der Mühle der Abt 3 Pfund Pfennig zur Wiederherstellung beisteuert. Geht sie durch Verschulden der Inhaber zu Grunde, so gibt der Abt 30 Schilling und die Inhaber haben die Mühle sofort wieder herzustellen. Lehensinhaber sollen nur drei Familienmitglieder sein; stirbt eines von ihnen, dann erhält ein Sohn des Verstorbenen den Anteil und muss als Ehrschatz vier Hühner abgeben.

1331 wird im Urbar des Klosters Einsiedeln vermerkt: "das gut ze Mulinon das giltet XII stuck Kernen."

1343 kamen die Mühlen zusammen mit dem Kehlhof Tuggen an Graf Friedrich V. von Toggenburg.

14. Jh. Ein weiteres Einsiedler Urbar verzeichnet für die zweite Hälfte des 14. Jh.:"Summa zu Mulinon XII mut kernen."

1470 heisst es für den 10 Januar im Jahrzeitbuch von Tuggen: "Item die Müller zu müllinen sönd 1 lib. gelts uss der Gugenmüli, stosset an des gretze Daners schoren, und an des vogts schetis weid, und an des Kisers wis, gehört der spend."

1551 Wird im Urbar March des Klosters Einsiedeln festgehalten, dass der Müller zu Mülinen und Martin Schubiger je VIII Mütt Kernen ab der Mühle und der dazugehörenden Liegenschaft abzugeben haben.

1562 Wird die Mühle vermutlich neu gebaut.

1563 steht im Einsiedler Urbar zur March: "Item die mülly zue Mülinen sambt dem Umglend und zue gehord git jarlich VI mütt kernen an (ohne) den Müligwün."

1575 am Montag vor Michaeli wurde für den Mühlebesitzter ein Brief (oder mehre) ausgestellt, in welchen Die Wasserrecht geregelt wurden.

1603 verkaufte Abt Augustin Hofmann die Mühle mit einzelnen Gütern an Ammann Steinegger, belastet mit einem Mütt Kernen Bodenzins und "dz wsy erschatzig sige vorbehalten worden." Bestätigt wird dies durch ein weiteres Dokument im Stiftsarchiv Einsiedeln, da steht: "Item Baschi Schalk zinset jerlich 1 mütt kernen von der mülli zue Müllinen sambt den umliegenden weiden une Rietrn."

1605 wird in der Urkunde vom 5. August die Gugenmüli westlich von Mülenen und der Mühlebach in der Schwerzi bei Buttikon genannt.

1642 heisst der Eigentümer der Mühle zu Mülenen, gemäss der Wasserurkunde vom 14. Mai, Hans Diethelm, des Peters sel. Sohn.

1630-1651 belegen die verzeichneten Einzugsgelder dass die Mühle von Landesfremden betrieben wird.

1651 entrichtet beispielsweise Johannes Joss 10 Dick Lehensgebühr für die Mühle, die er bereits 1648 betrieb.

1653 am 27.Juni beklagt sich Müller Hans Bruhin beim Rat von Schwyz über die Grundbesitzer, welche das Wasser auf ihre Güter leiten statt zur Mühle. Einige werden gebüsst.

1656 am 27. Mai regelt, auf weiteres Klagen Hans Bruhins hin, ein Vertragsbrief die Wasserzuleitung für die mehr Wasser benötigende Mühle erneut.

1663 ist Sebastian Bruhin Müller zu Mülenen.

1710 verfügt Landessäckelmeiser Bellmund von Rickenbach am 24.Oktober, dass die Besitzer der Rieter ihre Gräben offen und sauber zu halten haben, damit das Wasser der Mühle zufliesse, bei zwei Dublonen Busse. 1784 und 1797 wird diese Erkenntnis erneut verlesen.

1787 aquarelliert Jakob Biedermann die Burgruine samt der Mühle, die Teils von Bäumen verdeckt wird.

1799 heiratet Maria Anna Regina Bamert, Tochter des Josef Kaspar und der Maria Salomea Bamert, den späteren Käufer der Mühle, Michael Bruhin von Schübelbach (Gutenbrunnen).

1804 baut Josef Kaspar Bamert das Wohnhaus um.

1821 wird die Mühle bei Mühlenen von P.Marian Herzog skizziert.

1824 21. Juni, Kaufbrief um die Mühle zu Mülenen: Genossenvogt Kaspar Pius Bamert gibt seinem Schwager Genossenvogt Michael Bruhin zu kaufen: Sein Haus, Mühle, Sage, Reibe, zwei Ställe samt zwei Stück Wiesen, Mühlewiese und Fehlhof genannt, nebst Riet, Sagen- oder Reibeplatz für 7800 Kronen.

   um 1905 skizziert Georg Weber die Muehle.

um 1909 wird die Muehle von Sued-Osten her fotografiert.

1927 klagt Müller Karl Bruhin vor dem Bezirksgericht der March gegen die Gemeinde Schübelbach, da ihm diese mit ihrer Grundwasserversorgung Wasser für seine Mühle entzieht.

ab 1945 wird der Mühlebetrieb schrittweise zur Bahnstation Schübelbach verlegt.

1952 stellt die Familie Bruhin den Betrieb der Mühle bei Mülenen ein.

Die Kunstdenkmaeler der Schweiz

Kanton Schwyz, March

1821 wies die Südfassade zwei Klebdächer auf; der Weg Tuggen-Schübelbach führte östlich zwischen Haus und Stallung durch, und der schmale Sägereitrakt auf der Südseite war schon vorhanden. Der Mühlekomplex steht da, wo der von Norden nach Süden vordringende Hügelzug bei der Mülihalden in die Linthebene übergeht. Hier wurden die von Westen her fliessenden Gewässer - vorerst noch von der (Verschwundenen) "Gugenmühle" genutzt - mittels eines Kanals von Norden her auf das Mühlerad geleitet.

Das eigentliche Mühlehaus ist ein breitgelagerter Massivbau von zwei Vollgeschossen(im Erdgeschoss früher die Mühleeinrichtungen) und einem Dachgeschoss (nach 1910 zweigeschossig ausgebaut). Ebenso waren nach einer Photographie von etwa 1910 noch zwei auf Steinkonsolen vorgehängte, spätmittelalterlich wirkende Klebdächer vorhanden.

Im Erdgeschoss auf der Ostseite nachgotisch profiliertes rechteckiges Hausteinportal mit muschelförmiger Lünette. Im ersten Stock Kielbogen-Hausportal und Zwillingsfenstergewände (suf der Südseite als zwei Vierergruppen); gegen Südwesten eine zurzeit hinter Täfer verborgene Fenstersäule mit Jahreszahl 1562.-Am Stiegenaufgang der Ostseite übermaltes Immaculata-Gemälde des 18.Jh.

Inneses. Die grosse Südoststube bildet eine eindrucksvolle Einheit von nachgotischem Raum mit Fenszternischen und aufwendiger Ausstattung aus der Übergangszeit von Barock zu Klassizissmus (1804): gestrichenes profiliertes Täfer und Decke, Nussbaumtüren, Ofen(erneuert) und Einbaumöbel. Dreiachsiges Einbaubuffet in Nussbaum mit Schnitz- Einlegearbeit. Auf den drei Türchen eingelegt:"MICB/CR/FMASB"

Auf dem Korpus Jahreszahl 1804 und viermal ein geöffneter Pokal, auf dem Mitteltürchen zwei Löwen mit einer art Hauszeichen. Für die Zeit typische barocke Grundhaltung, die mit klassizistischem Zierart(z.B Kanneltüren als Flächenfüllung) verbrämt ist. Sie kommt auch zum Ausdruck in der Verbindung von herkömmlichem Nischenbuffet mit kommodenartigem Unterteil von geschweiftem Mittelkorpus mit Schubladen, seitlichen eintürigen kästchen und im geschweiften Fussabschluss.-Zwischen den Fensternischen ist ein origineller Uhrenkasten auf zwei Nussbaumsäulen eingerichtet. Eckgänterli zum Buffet passend.-In der Nebenstube mehrtüriger eingebauter Biedermeierschrank mit Schubladen, in Nussbaum furniert, um 1820-1840.

Renovatinsarbeiten

Seit einiger Zeit beschäftigten wir uns mit dem Gedanken, das Wohnhaus "Mühle" zu sanieren. Im Sommer 2000 wagten wir uns also an dieses Projekt zusammen mit dem Architekt Toni Schnellmann aus Galgenen. Nach einer intensiven Besichtigung sind wir nun in der Projektphase.